Keine Vorkommnisse, echt nicht! Ich finde es übrigens ganz toll und vor allem sehr motivierend, so viele Kommentare von euch zu bekommen :-)
Ich startete wieder sehr früh, um 7 Uhr 39 saß ich auf meinem Sattel. Ich setzte die Umfahrung der Naturschutzgebiete an der Donau bzw. an der Mündung der Drau in die Donau auch heute fort. Und somit fuhr ich heute den ganzen Tag auf der Straße. Hier im Bereich der Mündung der Drau in die Donau befindet sich der Naturpark Kopacki rit, das größte naturbelassene Sumpfgebiet in Mitteleuropa.
Zuerst ging's nach Osijek, wo ich die Drau überquerte.
Osijek - Juli 2015
Anschließend war ich nahe der Drau unterwegs. Beim Lidl deckte ich mich wieder mit Mineralwasser und Bananen ein und fuhr aus der Stadt. Auf der Strecke nahe der Drau fiel mir ein Mädl mit Rad und schwerer Bepackung auf, das am Straßenrand stand. Als ich das nächste Mal Pause machte, fuhr sie wieder an mir vorbei. Irgendwann trafen wir uns an einer Abzweigung wieder und ich sprach sie auf englisch an, wohin sie fährt. To the Black Sea - Oh, me too! Where did you start? - In Donaueschingen. And you? - In Vienna. - Dann können wir auch deutsch reden :-)
Sie ist Rumänin, lebt aber in Deutschland und ist seit 3 Wochen unterwegs. Jetzt hat sie gerade Halbzeit. 3 Wochen hat sie noch Zeit. Sie ist mit Zelt unterwegs, zeltelt oft wild. Nur in Kroatien traut sie sich nicht zu zelteln, da hat sie Angst vor den Landminen. Ich hab sie zwar nicht gefragt, wie alt sie ist. Aber sie wirkte wie eine Studentin auf mich. Ziemlich jung! Was es nicht alles gibt!!!! Ich staunte! Wir fuhren eine Weile gemeinsam, allerdings hat es vom Tempo her nicht ganz gepasst. Sie war langsamer. In Vukovar trafen wir uns wieder, als ich eine lange Mittagspause machte. Und kurz vor Ilok traf ich sie noch einmal. Sie hatte vor, in Ilok zu übernachten.
In Dalji erreichte ich wieder die Donau, bekam sie aber nicht wirklich zu sehen. Die Beschilderung zeigte mir aber immer wieder, dass ich auf dem Donauradweg und auf dem EuroVelo 6 (Radroute vom Atlantik zum Schwarzen Meer, die ab Tuttlingen die Donau entlang verläuft) unterwegs war. Die Beschilderung ist hier in Kroatien genauso super wie zuvor in Ungarn und in der Slowakei.
In Dalji erreichte ich wieder die Donau, bekam sie aber nicht wirklich zu sehen. Die Beschilderung zeigte mir aber immer wieder, dass ich auf dem Donauradweg und auf dem EuroVelo 6 (Radroute vom Atlantik zum Schwarzen Meer, die ab Tuttlingen die Donau entlang verläuft) unterwegs war. Die Beschilderung ist hier in Kroatien genauso super wie zuvor in Ungarn und in der Slowakei.
Juli 2015
Die Donau entlang ging es weiter bis Vukovar. Vukovar liegt im Osten von Kroatien an der Grenze zu Serbien. Die Donau bildet hier die Grenze zwischen Kroatien und Serbien. Die Region um Vukovar war während des Kroatien-Krieges 1991-1995 das am stärksten umkämpfte Gebiet. Bei der serbischen Belagerung und der Schlacht um Vukovar wurde die Stadt weitgehend zerstört. Teile der Stadt sind bis heute immer noch stark zerstört, weil eher in Neubauten investiert wird als in aufwändige Wiederherstellungen. Der Wasserturm in Vukovar soll in seinem zerschossenen Zustand beewusst als Mahnmal erhalten bleiben.
Wasserturm in Vukovar - Juli 2015
Obwohl es eigentlich noch zu früh für ein Mittagessen war, sah ich kurz nach Vukovar ein Restaurant und beschloss, Mittagspause zu machen. Die Karte zeigte mir nicht viel Infrastruktur auf den nächsten 30 km, und ich wollte die Mittagspause nicht ausfallen lassen!
Nach Vukovar wurde es hügelig. Zuerst nur ganz leicht, doch ab Opatovac hatte ich ein paar deutlichere Steigungen. Ich wusste ja, dass sie kommen. Probleme bereiteten sie mir aber dieses Jahr nicht.
Blick auf Sarengrad - Juli 2015
In Ilok war es vorbei mit den Steigungen, und ich erreichte die Donau. Vor der Donaubrücke passierte ich noch die kroatisch-serbische Grenze und verließ die EU! Ich bin somit bisher in 5 Ländern unterwegs: Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien und Serbien.
Willkommen in Serbien - Juli 2015
Der heutige Vormittag war wieder sehr angenehm kühl. Ab 14 Uhr wurde es aber doch recht warm. Heute waren es bereits 32 Grad im Schatten. Immer noch erträglich, nur Schatten gab's nicht immer. Ich hätte gerne einen Dimmschalter für die Sonne und ein Thermostat :-) Laut Yahoo-Wetter soll es ab morgen ein wenig kühler werden. Ob das auch stimmt?
Morgen steht mir der "nicht enden wollende Berg" bevor, bei dem ich letztes Jahr sozusagen gescheitert bin. Den werde ich wieder am Nachmittag fahren. Ich hoffe auf etwas niedrigere Temperaturen oder zumindest Schatten oder am besten beides.
Noch ein kleiner Nachtrag: Ich hab gerade eben nach dem Abendessen hochgerechnet, wieviel ich heute getrunken habe. Es waren sage und schreibe 6,5 Liter! Kaffee nicht mitgerechnet.
Gesamtstrecke 94,53 km
Zeit in Bewegung 4 h 57'
Gesamtzeit 7 h 20'
noch einigermaßen erträgliche Temperatur mit 26-32 °C (in der Früh: 17 °C)
Summe aller Steigungen: 318 m
Höhe Bilje: 84 m ü NHN
Höhe Backa Palanka: 82 m ü NHN
Ist schon interessant wieviel (Kriegs-)Geschichte auf diesen Strecken zu erkennen ist, mit den Landminen und zerbombten Bauten, und doch umringt von so viel landschaftlicher Schönheit.
AntwortenLöschenVoll cool, dass du jemanden mit fast der selben Route getroffen hast! Bin gespannt, wem du auf deiner Reise noch so aller begegnest.
Alena