Es vergeht anscheinend wirklich kein Tag ohne Ereignisse!
Ich startete sehr früh, bereits um 7 Uhr 30 saß ich auf meinem Sattel! Aus Baja rauszufahren, war einfach. Ich musste nur Richtung Zentrum, dann sah ich sofort die EuroVelo 6 - Schilder bzw. meine grüne Linie auf meinem Navi. Dann ging es erst einmal einen Nebenfluss der Donau entlang, wobei ich auf die jeweiligen Sanddamm-Varianten verzichtete und auf der Straße blieb :-) Gebranntes Kind scheut das Feuer! Doch dann ging's doch auf einen asphaltierten Dammweg, an den ich mich noch aus dem Vorjahr erinnerte. Hier entstand letztes Jahr auch dieses Foto:
Es kam, wie es kommen musste. Mein Rad begann zu eiern, mein Tempo ließ nach. Kommt mir das nicht irgendwie bekannt vor? SCHMARREN! Mein hinterer Reifen verliert schon wieder Luft! Aufpumpen - weiterfahren - aufpumpen - weiterfahren. So ging es alle 2-3 km bis Mohacs. Ich machte mich schon mit dem Gedanken vertraut, in Mohacs ein Quartier zu suchen. Immerhin ist heute Sonntag. Wie soll ich heute einen Radlshop finden?
Bei Ujmohacs/Mohacs nahm ich die Fähre zum rechten Donauufer.
Fähre Ujmohacs/Mohacs - Juli 2015
Während der Überfahrt pumpte ich noch einmal meinen Reifen auf. Drüben angekommen quatschte ich gleich den nächstbesten Mann an, ob er eine Fahrradwerkstätte kennt. Ich war sofort umringt von Männern, Frauen, Kindern. Jeder überlegte, wie er/sie mir helfen konnte. Ein Mann mit Kind meinte schließlich, er kennt einen Fahrradmechaniker persönlich, er führt mich dort hin. Vielleicht haben wir Glück, und er ist daheim? Das ist nicht weit entfernt von der Fähre. Wir klopften und riefen - und der Mechaniker kam wirklich heraus (er wohnte im gleichen Haus). Er zerlegte mein Rad, klebte den kaputten Schlauch (der hatte wirklich 2 kleine Löcher), untersuchte die Innenseite des Mantels (!!!) und setzte mir einen neuen Schlauch ein. Dann baute er wieder alles zusammen und stellte noch meine Gangschaltung neu ein. Ich kaufte noch einen weiteren Schlauch. Somit hab ich jetzt einen geklebten Reserveschlauch, einen neuen Reserveschlauch und einen Reserveschlauch mit 2 Enden. 3 weitere Reifenpannen sind jetzt wieder möglich :-)
Die ganze Aktion hat mich 1 1/2 Stunden gekostet. Wie gut, dass ich schon um 7 Uhr 30 losgefahren bin!
Ab nun ging es auf der Straße weiter. Hier muss man recht großräumig Naturschutzgebiete an der Donau umfahren, so dass ich den Rest der Tagesetappe weit weg von der Donau unterwegs war. Meine Mittagspausen teilte ich mir heute auf mehrere Teile auf. Den ersten Teil bestehend aus Schinkenweckerl und Kaffee und 1 l Orangensaft "genoss" ich bei dem idyllischen Tankstellen-Café, das ich noch aus dem Vorjahr kannte. Danach ging's über die Grenze nach Kroatien.
Grenzübergang bei Udvar - Juli 2015
Grenzübergang bei Udvar - Juli 2015
Bei Topolje versuchte ich, meine zweite Mittagspause einzulegen. Zu essen gab es nichts, dafür bekam ich einen Löskaffee mit einem Glas Mineralwasser dazu. Auch gut. Nach Draz ging's 2 km bergauf. Ein Vorgeschmack auf die noch kommenden Steigungen. 127 Höhenmeter waren es immerhin! Aber jede Steigung hat einen großen Vorteil: danach geht's bergab. Und wie es bergab ging! Höchstgeschwindigkeit 40,5 km/h (mehr trau ich mich nicht :-))!
In Suza gönnte ich mir dann Mittagspause-Teil 3 mit Palatschinken und Kaffee :-)
An Lug und dem Hotel aus dem Vorjahr fuhr ich nur vorbei. Ich hatte bewusst ein Zimmer in Bilje gebucht, um die morgige Etappe zu verkürzen. Die nächsten beiden Tage werden sicher anstrengend werden. Zum einen stehen mir morgen und übermorgen ein paar kleine Steigungen bevor, zum anderen soll es ab morgen heiß werden.
Bisher waren die Temperaturen angenehm, wobei sie schon von Tag zu Tag gestiegen sind. Heute hatte ich bereits 31 Grad im Schatten um die Mittagszeit. Ich empfinde das noch immer als angenehm, wenn man vorher in der prallen Sonne unterwegs war. Aber mehr bräuchte ich jetzt nicht mehr. Die Vormittage waren bisher immer recht kühl bei 22-24 Grad.
Gesamtstrecke 104,39 km
Zeit in Bewegung 5 h 42'
Gesamtzeit 9 h 10'
noch einigermaßen angenehme Temperatur mit 26-31 °C (in der Früh: 19 °C)
Summe aller Steigungen: 165 m
Höhe Baja: 99 m ü NHN
Höhe Bilje: 84 m ü NHN
Hai Gaby,
AntwortenLöschenWenn du schon jetzt so viele Abenteuer zu bestehen hattest, wie schlimm wird es dann erst in Rumänien mit den vielen Fledermäusen werden ? Dort gibt es an der Donau Gebiete, wo sie massenhaft vorkommen. Also vorher noch genügend Knoblauch einkaufen !
In Wien hatte es heute +33°. Ab morgen soll das schöne Wetter zwar weitergehen, aber die Temperaturen sollen leicht sinken.
Servus die Wadln - Günter
Hai Günter,
Löschenleicht sinkende Temperaturen wünsche ich mir hier auch! Knoblauch kauf ich dann in Pancevo ein :-)
Meinen Wadln geht's gut!
LG
Gaby
Also was hat es nur mit deinen Reifen auf sich?! Aber immerhin scheint dein Rad jetzt für die nächste Zeit gut gerüstet zu sein! Dass du 31Grad bei sportlicher Betätigung als angenehm empfinden kannst verwundert meinerseits, die schon beim Nichtstun erbärmlich zerfließt! Respekt!
AntwortenLöschenAlena
Ich vermute, dass mir die Pistenfahrten die Reifenpannen beschert haben. Heute empfand ich es schon als grenzwertig, bei 32 Grad zu radeln. :-)
LöschenLiebe Gaby ....das Erste, das du machst,wenn du zurück bist, ist ein Patschenpickkurs bei den Profis. Das sind wir. Keine Art von Patschen ist uns fremd. Leider. LG Marion u Toni
AntwortenLöschenDas ist eine gute Idee! Das Angebot nehm ich gerne an! Danke!
LöschenLG Gaby
Liebe Gaby!Schön, dass du viele nette hilfsbereite Menschen triffst. Ich halte deinen Reifen und dir die Daumen:)) Liebe Grüße Elisabeth
AntwortenLöschenDanke! Ja, ich find's auch toll, wie viele hilfsbereite Menschen ich bisher schon getroffen habe!
LöschenLG Gaby